Vorbeugen – erkennen – beseitigen: Was tun bei einem Wasserschaden?

Würde man eine Rangliste unwillkommener Vorkommnisse im Haushalt erstellen, stünde der Wasserschaden wohl ganz oben. Nicht nur, weil er mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden ist, sondern weil er zudem nicht selten einen beträchtlichen finanziellen Schaden nach sich zieht. Ob diesen die Versicherung vollumfänglich übernimmt, wird von Fall zu Fall entschieden. Die Devise ist also: die Ursachen von Wasserschäden kennen, Vorbeugungen treffen und – sollte ein Wasserschaden dann doch ausgebrochen sein, die richtigen Massnahmen ergreifen und ihn beheben.


Wie können Wasserschäden entstehen? 

Für Wasserschäden gibt es viele mögliche Ursachen. Sie entstehen durch Unwetter, Rohrbrüche, Lecks in Wasserleitungen, defekte Abläufe, überlaufendes Wasser oder undichte Fugen im Bad. Schweiz weit verursachen Wasserschäden jährlich Kosten in Millionenhöhe. Besonders in Gebäuden mit alter Bausubstanz sind die Gefahren hoch, da der Zahn der Zeit an Wasserleitungen nagt. Vor allem verzinkte Rohre oder Kupferrohre sind anfällig für hartes Wasser. Die Waschmaschine ist ebenfalls einer der häufigsten Auslöser für Wasserschäden, wenn Schläuche nicht fest genug angebracht sind oder die Schlauchschelle schief sitzt und sich beim Schleudervorgang lockert. Über die Jahre werden Schläuche durch Kalkablagerungen zudem porös und halten wie Dichtungen auch dem Wasserdruck irgendwann nicht mehr stand. Als Folge tritt Wasser in grossen Mengen aus. Jedoch kann ein Wasserschaden auch ohne jegliches Zutun oder Versäumnis von aussen auftreten, beispielsweise wenn der Keller oder das halbe Haus aufgrund von starken Regenfällen unter Wasser steht. Starkregen trägt auch dazu bei, dass Gewässer über die Ufer treten und dadurch Wassermassen mit enormer Fliessgeschwindigkeit zu Gebäudeschäden führen. 


Checklist bei Wasserschaden: Was sind die wichtigsten Schritte?


Ist nun mal der Wasserschaden Realität, gilt es Ruhe zu bewahren, die richtigen Schritte zu unternehmen und beherzt und entschlossen zu handeln:
1.) Haupthahn schliessen und Strom abstellen
2.) Ausgelaufenes Wasser entfernen: alle vorhandenen Utensilien wie Bodenwischer, Kübel und Lappen und, falls vorhanden, eine Wasserpumpe einsetzen
3.) Möbel retten und in trockene Bereiche verfrachten, gründlich trocknen und mit Folien abdecken
4.) Nachbarn informieren, die beispielsweise in einer darunterliegenden Wohnung von dem Wasserschaden mit Mitleidenschaft gezogen werden können
5.) Für die Schadensmeldung an die Versicherung Schaden durch Fotos dokumentieren und die Gebäude- oder Hausratversicherung informieren
6.) Sanitärinstallateur benachrichtigen. Gerade bei einem Rohrbruch ist dessen Expertise gefragt, da die Ortung nicht immer ganz einfach ist. So kann es nämlich durchaus passieren, dass sich das Wasser seinen Weg durch die Wand sucht und irgendwo ganz anders austritt. 


Prävention: Vermeiden von Wasserschäden


Manch ein Wasserschaden lässt sich durch einfache Regeln vermeiden. Das Wichtigste ist, dass Wasser nirgendwo unkontrolliert fliessen kann. So sollte man die Waschmaschine und Spülmaschine erst dann in Betrieb nehmen, wenn man zu Hause ist. Wasserschäden können auch durch ein regelmässiges Entkalken vermieden werden. Abflüsse an der Spüle regemässig reinigen und mit heissem Wasser durchspülen. Auch im Badezimmer lassen sich Wasserschäden gezielt vorbeugen, wo unzureichend instand gehaltene Nassbereiche für schleichende Wasserschäden prädestiniert sind. Die Wandanschlüsse von Duschtasse, Wanne und Waschbecken zur Wand sowie gefliessten Flächen müssen dauerelastisch abgedichtet sein. 


Schaden beheben oder beheben lassen


Einige Schäden wie Wasserflecken lassen sich in ein paar Arbeitsschritten selbst beheben. Bei schwerwiegenderen Fällen geht es nicht ohne den Fachmann, der durch die Leckortung mit Messgeräten die undichte Stelle in kurzer Zeit ausfindig machen kann. Sogenannte Endoskope und Wallscanner kommen in Einsatz. Weitere Geräte helfen bei der Messung von Temperatur und Feuchtigkeit. Der Sanitärinstallateur bietet umfassende Hilfe an. Neben der Schadenanalyse bietet er einen ersten Kostenvoranschlag, welcher wichtig ist für die Schadensmeldung an die Versicherung. 


Wasserlecks auf den Grund gehen


Viele Schäden treten gar nicht augenscheinlich auf, sondern breiten sich schleichend aus. Schäden ist der Wasserverbrauch schleichend. Wasser ist eine wertvolle Ressource, mit der man schonend und sparsam umgehen soll. Ein Wasserleck macht einem dabei ein Strich durch die Rechnung. Ein Indikator für ein Wasserleck ist ein ungewöhnlich hoher Wasserverbrauch, der auch durch eine nicht funktionierende Toilettenspülung verursacht sein kann. Wenn der Spülmechanismus verschmutzt, kann das Wasser ständig weiterlaufen.

Selbst in der wasserreichen Schweiz wird Wasser, das blaue Gold, immer knapper. Vermeidung von Wasserverschwendung durch Schäden ist somit auch Ausdruck des ökologischen Bewusstseins. Ein Wasserschaden lässt sich durch Aufmerksamkeit und Kontrolle verhindern. Tritt der Wasserschaden dann doch erfolgt ist guter Rat teuer. Er unterstützt die Geschädigten in dieser schwierigen Situation mit seiner Expertise und Erfahrung.

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