Mit Wärmepumpe Heizkosten sparen

Väterchen Frost steht vor der Tür. Wie hart und lang der kommende Winter sein wird, mag niemand vorherzusagen. Als sicher gilt jedoch, dass wir uns wieder über die hohe Heizrechnung wundern werden. Dazu kommt, dass Preise für Heizöl und Gas meist vor den Wintermonaten noch kräftig anziehen. Heizkosten zu senken, ist also angesagt. Dafür gibt es zahlreiche Tipps, die vom dem Schliessen von Türen oder Abdichten von Fenstern über das Dämmen von Wänden und Heizungsrohren bis hin zu programmierbaren Thermostaten reichen. Diese Ratschläge sind alle wertvoll, doch wer wirklich im grossen Stil Heizkosten sparen will, verabschiedet sich von klassischen Heizungsmethoden und fossilen Energien und steigt um auf eine klimafreundliche und sparsame Wärmepumpe. Der Einspareffekt ist frappant.


Nicht nur Anschaffungs, sondern Gesamtkosten betrachten


Man darf sich von den, im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung hohen Investitionskosten einer Wärmepumpe nicht abschrecken lassen, sondern muss die laufenden Kosten mit in die Langfristrechnung miteinbeziehen. Berechnungen zeigen, dass sich der Einbau einer Wärmepumpe gegenüber einer Ölheizung bereits nach vier Jahren amortisiert hat. Im Kostenvergleich mit einzukalkulieren sind auch die Schwankungen bei den Öl- und Gaspreisen, von denen eine Wärmepumpe völlig unabhängig ist. Nicht wenige können sich an die beiden Ölkrisen in den 1970er Jahren zurückerinnern, als die Öl- und Rohstoffpreise förmlich explodierten. Die Wärmepumpe hingegen ist von Strompreisen abhängig. Für die exakte Kalkulation der Kosten und der Kostenvergleich sollten Fachleute wie ein Heizungsinstallateur herangezogen werden, der auch die Voraussetzungen für Fördermittel der öffentlichen Hand kennt. Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe und die Kostenstruktur der verfügbaren Heizsysteme ist unterschiedlich. So sind beispielsweise die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe mit Erdsonden höher als die einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. 


Rechenbeispiel: Kosten im Vergleich


Ein direkter Vergleich der Verbrauchskosten macht den Unterschied zwischen herkömmlichen Heizungssystemen und der Wärmepumpe deutlich: Bei einem Einkaufspreis für Heizöl ab 70 Franken pro 100 Liter (Schnitt zwischen 2015 und 2019) schneiden beide Wärmepumpen-Variante besser ab – sowohl gegenüber fossilen Heizanlagen als auch gegenüber einer Holzheizung. Die Systemvariante Luft-Wasser ist gegenüber der erdgekoppelten leicht im Kostenvorteil. Wird die obligatorische CO2-Abgabe dazu gerechnet (Fr. 25.-/100 Liter), erhöht sich Kostendifferenz zugunsten der Wärmepumpen noch mehr. Nicht mit einkalkuliert sind allfällige Fördergelder und Steuerabzüge bei einem Heizungsersatz mit Wärmepumpen.

Wann lohnt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe am meisten?

Gerade bei einem Neubau lohnt sich die Installation in eine Wärmpumpe als eine Investition in die Zukunft am meisten, da man sich damit eine nahezu unbegrenzte Energiequelle erschliesst, welche den Wert der Immobilie nachhaltig steigert. Aber auch bei einem Altbau kann die Umstellung auf eine Wärmepumpe durchaus Sinn machen. Selbst in alten Bauernhäusern lässt sich eine Wärmepumpe mit kleineren baulichen Anpassungen problemlos einsetzen. Vorteilhaft ist, dass es für jede Art Haus die passende Art von Wärmepumpe gibt – sei es eine Luft-Luft-, eine Sole-Wasser-, Luft-Wasser oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Der Heizungsinstallateur kann nicht nur bei der Wahl der besten Wärmepumpe Auskunft geben, sondern auch bei der Frage nach eventuell notwendigen Genehmigungen, die es einzuholen gilt. 


Option: Wärmepumpe mit Öl- oder Gasheizung kombinieren 

Bei Mehrfamilienhäusern beispielsweise kann auch eine Kombination aus einer Wärmepumpe und einer Öl- oder Gasheizung Sinn machen, um die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage zu erhöhen. So kann die Wärmepumpe für die tägliche Grundlast zuständig sein, welche auch über das Jahr hinweg relativ konstant bleibt – während die Öl- oder Gasheizung nur bei einem kurzfristigen Anstieg des Wärmebedarfs einspringt. Wer im Fall eines Einfamilienhauses vor einem Umstieg auf einer noch relativ neuen Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe aus Kostenaspekten zurückschreckt, kann durch die Anschaffung eines Wärmepumpen-Boilers die Abwärme der bestehenden Zentralheizung für die Trinkwassererwärmung zu nutzen.


Variante: Wärmepumpe mit Photovoltaik-Strom nutzen

Eine zusätzliche, ökologisch sehr vorbildliche Sparmassnahme liegt in der Produktion des Grossteils des Stroms für die Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage, welche die elektronischen Komponenten der Wärmepumpe mit emissionsfrei erzeugtem Solarstrom versorgt. Mit dieser Kombination schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe – man senkt die Betriebskosten für die Wärmepumpe und erhöht gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage.

Langfristig gesehen spart man mit Wärmepumpen Geld – und leistet Gutes für die Umwelt. Relativ hohen Anschaffungskosten stehen sehr tiefe Betriebskosten gegenüber. Eine individuelle Evaluation der Gesamtkosten ist zu empfehlen, wofür Investition, Betrieb und Unterhalt über die Lebensdauer zu betrachten ist. Welches Wärmepumpensystem im Einzelfall das sparsamste ist, weiss der Heizungsinstallateur.

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