Wärmepumpen

Ist Heizen ohne Öl und Gas möglich?

In den Bergen hat der Winter schon Einzug gehalten und auch im Flachland ist es nur eine Frage von Tagen oder Wochen, bis die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt oder gar tiefer fallen. Automatisch schiesst einem der Gedanke an die Heizung durch den Kopf und die Frage, ob man in Sachen Heizung auf die bevorstehenden Bibbermonate vorbereitet ist. Ist eventuell noch ein Heizungsservice oder eine Heizungssanierung notwendig? Mal abgesehen von der Frage nach dem Stand der Öl- oder Gasvorräte ist es mehr denn je an der Zeit, sich grundsätzlich über die Art der Heizung Gedanken machen. Denn: Der Trend geht klar weg von fossilen Heizungen hin zur Installation von klimafreundlichen Alternativen.

Nachhaltige Trendwende

Wenn man an die grossen Umweltsünder denkt, dann kommt einem nicht unbedingt die Heizung in den Sinn. Noch versorgen Öl und Gas in der Schweiz über eine Million Häuser mit Wärme. Fakt ist: Fast ein Drittel aller CO2-Emissionen hierzulande entfallen aufs Heizen. Die Klimabilanz des Gebäudesektors ist entsprechend äusserst schlecht. Ein aktuelles Forschungsprojekt zeigt denn auch, dass Häuser mit fossilen Heizungen keine Chance haben, die geforderte Reduktion der CO2-Emissionen zu erreichen. Auch ein Blick über unsere Landesgrenzen bestätigt den Abkehrtrend fossilen Energien. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts sind Wärmepumpen in der Bilanz auch dort klimafreundlicher als eine Heizung mit Erdgas. Im Durchschnitt der EU-Länder liegt der CO2-Einspareffekt gegenüber einer Erdgasheizung bei rund 60 Prozent und in Deutschland bei rund 30 Prozent.

Welche Alternativen gibt es? 

Ein Umstieg auf Heizen mit erneuerbare Energie ist nicht nur „in“, sondern dringend notwendig – und jeder einzelne und jeder Haushalt kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Was gibt es für Alternativen? Heizen mit Holz kann zwar punkto CO2-Ausstoss überzeugen, Probleme gibt es aber in Sachen Russ und Feinstaub. Trotz verbesserter Feinstaubwerte dank optimierter Filter weisen Holzöfen immer noch hundert- bis tausendfach höhere Emissionen aus als Öl- oder Gasöfen. Die bessere Alternative sind Wärmepumpen.

Umweltstar Wärmepumpe

Wer heute der klassischen Öl- oder Gasheizung „ciao“ sagt, ist kein Exot, sondern liegt voll im nationalen Trend. Weltweit wird Wärmepumpen ein goldenes Zeitalter vorhergesagt. Sie funktionieren wie ein grosser Kühlschrank nach einem einfachen Prinzip: Neben der Heizung können sie auch zur energieeffizienten Kühlung des Wohnraums in den Sommermonaten eingesetzt werden. Hierzulande wurden in den Jahren 2006 bis 2015 60 Prozent der Neubauten mit einer Wärmepumpe, welche bis zu drei Viertel der Wärme aus natürlichen Quellen in der Umgebung bezieht, ausgerüstet. Eine Wärmepumpe verursacht sage und schreibe 90 Prozent weniger CO2-Emissionen als eine Ölheizung. Der Umstieg von einer Öl- oder Gasheizung auf eine umweltfreundliche Wärmepumpe mit Unterstützung von Fachleuten wie dem erfahrenen Heizungsinstallateur erfolgt problemlos will aber gut geplant sein. Folgendes gilt es zu beachten:


- Auswahl der richtigen Wärmepumpe

Bei Wärmepumpen gibt es drei Arten – Sole-Wasser, Wasser-Wasser oder Luft-Wasser. – im konkreten Fall am geeignetsten ist, erfährt man am besten im Gespräch mit dem Fachmann für Heizungsinstallationen und Heizungsservice. Denn es gibt entscheidende Unterschied: Während Sole-Wasser-Wärmepumpen sehr energieeffizient sind, ist der Installationsaufwand im Vergleich zu Luft- Wasser-Wärmepumpen wesentlich höher. Und es gibt Unterschied im Genehmigungsverfahren.

- Planung ist alles! 

Der Umstieg will sorgsam Schritt für Schritt geplant sein. Der erfahrene Heizungsinstallateur prüft dabei die örtlichen Voraussetzungen, hilft bei der Auswahl der passenden Wärmequelle, übernimmt die Planung der Technik und erstellt eine Offerte. Flankierende Massnahmen gilt es zu bestimmen, wie die Dämmung von Fassade und Dach oder der Austausch von Fenstern, welche den Wärmebedarf zusätzlich senken und die Energieeffizienz steigern.

- Finanzielle Unterstützung beantragen und Genehmigungen einholen

Gerade weil die Absage an fossile Energien so wichtig ist, wird eine Umstellung auf eine umweltfreundliche Wärmepumpe mit Fördermitteln von Bund, Kantonen oder Gemeinden belohnt. Hier und bei der Einholung von eventuell notwendigen Genehmigungen bei Behörden steht der Heizungsfachmann beratend zur Seite. Die gute Nachricht: Bewilligungsverfahren werden vereinfacht, sodass Luft-Wasser-Wärmepumpen, die eine gewisse Grösse nicht überschreiten, teilweise nur noch gemeldet werden müssen und ein aufwändiges Genehmigungsverfahren nicht mehr nötig ist.

- Professionelle Umstellung 

Auch die Umstellung auf eine Wärmepumpe – von der Stilllegung des Öl- oder Gastanks und der fachgerechten Entsorgung bis hin zur Erschliessung der neuen Energiequelle und dem Anschluss und Inbetriebnahme der neuen Wärmepumpe – will professionell und nach einem klaren Plan erfolgen. Dabei liegt es beispielsweise nahe, die bestehende Heizungsanlage durch den Austausch einiger Heizkörper zu optimieren.

Es gibt sie sehr wohl – die umweltfreundlichen und praxiserprobten Alternativen zum Heizen mit Öl oder Gas. Als eine erfolgreiche Lösung hat sich die klimaverträgliche Wärmepumpe in der Schweiz durchgesetzt. Finanzielle Anreize, Fördermittel und vereinfachte Genehmigungsverfahren unterstützen die Entscheidung für einen Umstieg und das Bekenntnis zum Klimaschutz. In jedem Fall gilt es den Heizungsinstallateur als Fachmann für die Planung und Umsetzung hinzuziehen.

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